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Nachlese zum Symposium „Faktum Evolution – Gesellschaftliche Wahrnehmung und Bedeutung“ des Clubs of Vienna im Naturhistorischen Museum am 19. und 20. Mai 2009.
Die gut besuchte Veranstaltung wurde von Bürgermeister Michael Häupl eröffnet. In seiner Eröffnungsrede spannte er in eindrucksvoller Weise den Bogen von den wissenschaftlichen Wurzeln der Evolutionstheorie zu den Wirkungen von Evolutionsprozessen in unserer Gesellschaft und den damit verbundenen Herausforderungen in der politischen Praxis. Er betonte die Notwendigkeit des offenen gesellschaftlichen Diskurses auf den Grundlagen interdisziplinärer wissenschaftlicher Erkenntnisse für die Bewältigung gegenwärtiger und zukünftiger Herausforderungen. In der anschließenden Rede wies der Direktor des Naturhistorischen Museums, Bernd Lötsch, auf die historischen Zusammenhänge der Arbeiten des Hauses mit der Entwicklung der Evolutionstheorie hin. Durch den Obmann des Clubs of Vienna, Hermann Knoflacher, wurde dem Auditorium eine Übersicht über die Vorträge des ersten Tages geboten.
Ulrich Kutschera (Universität Kassel) stellte in seinem spannenden Vortrag die Entwicklung der Evolutionstheorie von der Zeit Darwins bis zur Gegenwart dar und präsentierte zahlreiche Belege der Evolution von makroskopischen bis zu genetischen Befunden. Inhaltlich direkt anschließend gewährte Peter Schuster (Universität Wien) aufregende Einblicke in die chemischen und physikalischen Phänomene der Selbstorganisation und ihr Weiterwirken in den biologischen Prozessen der Evolution. Sehr differenziert und auf zahlreiche Belege gestützt, entwickelte Robert Martin (Field Museum Chikago) eine umfassende Übersicht über die Hominidenevolution. Mathias Harzhauser (Naturhistorisches Museum Wien) rundete mit seinen eloquenten Darstellungen der geologischen Prozesse und ihren Zusammenhängen mit der biologischen Evolution das Gesamtbild über die gegenwärtigen Kenntnisse über Evolutionsprozesse und ihre Bedingungen ab.
In der anschließenden Podiumsdiskussion, moderiert von Birgit Dalheimer, wurde in den Diskussionen zwischen den Vortragenden sowie dem Auditorium die Notwendigkeit von interdisziplinären Zugängen für das Verständnis deutlich sichtbar. In der Diskussion wurde auch erkennbar, wie umfassend die Existenz der menschlichen Gesellschaft durch Evolutionsprozesse bestimmt wird.
Der zweite Tag des Symposiums war der gesellschaftlichen Wahrnehmung von Evolutionsprozessen gewidmet und wurde von Markus Knoflacher (ARC) eingeleitet. Elfriede Bonet (Club of Vienna) zeigte in ihrem Vortrag, wie weit die geistigen Wurzeln evolutionären Denkens in der Philosophie zurückreichen und welche Wechselwirkungen zwischen philosophischen und naturwissenschaftlichen Erkenntnissen die Entstehung und Entwicklung der Evolutionstheorie beeinflusst haben. Werner Patzelt (Technische Universität Dresden) wies in seinen mitreißenden Ausführungen auf die Zusammenhänge zwischen biologischer Evolution und der Evolution gesellschaftlicher Systemen hin. Diese Sichtweise ermöglicht neue methodische Zugänge zur Analyse von Institutionen im gesellschaftlichen Kontext. Direkt aus der praktischen Innensicht von gesellschaftlichen Institutionen bot Helmut Helsper (Ministerialrat a.D.) zahlreiche Beispiele und Belege zu den theoretischen Ausführungen seines Vorredners. Markus Knoflacher (ARC) entwickelte aus evolutionstheoretischen Grundlagen neue Ansätze für die Definition von Nachhaltigkeit und erläuterte Gründe für die Differenzen zu den gegenwärtigen gesellschaftlichen Definitionen von Nachhaltigkeit. Hermann Knoflacher (TU Wien) machte auf die Probleme bei der Anwendung technologischer Entwicklungen durch die fehlende oder unzureichende Beachtung evolutionär festgelegter menschlicher Reaktionsmuster aufmerksam. Der Vortrag von Manfred Sliwka (Unternehmensberater) wurde durch Peter Kotauczek (CEO) in Verbindung mit eigenen Überlegungen präsentiert. Dabei wurden hoch interessante Einblicke in die Wirkungen evolutionärer Prozesse in Wirtschaftsunternehmen und die Handlungsmöglichkeiten von Managern unter verschiedenen Rahmenbedingungen geboten. Die von Peter Kotauczek moderierte Podiumsdiskussion schloss das Symposium ab.
 Begrüßung und Einleitung von Prof. Dr. Lötsch - Naturhistorisches Museum Wien
 Bürgermeister der Stadt Wien Dr. Michael Häupl

 Prof. Dr. Peter Schuster - Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
 Prof. Dr. Robert Martin. Department of Anthropology - The Field Museum
 Dr. Mathias Harzhauser - Naturhistorisches Museum Wien
 Em. Prof. Dr. Hermann Knoflacher - Präsident Club of Vienna
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