Club of Vienna
A-1040 Wien
Gusshausstraße 30/230-1
E-Mail: info@clubofvienna.org

site by m3plus.com
 
  Homo oecologicus - 5. Interdisziplinäre Universitätstagung

5. Interdisziplinäre Universitätstagung

Homo oecologicus

Wie ist ein Menschenbild für die nachhaltige Entwicklung wissenschaftlich möglich ?

Freitag 3. Dezember 2010
9.00 (s.t.) – 18.30 Uhr

Ort: Universität Wien
-Kleiner Festsaal -

Anmeldung unter: http://vcc.univie.ac.at

Programm download

PROLOG

Die aus der Sicht der Menschen bedenkliche globale Situation der Natur, wie sie sich aktuell in Form der Klimaerwärmung darstellt, aber auch in Form der exzessiven Rodung der tropischen Wälder erkennbar ist, beruht auf dem exzessiven Wachstum der Menschheit als Population und dem unbegrenzten und unkritischen Einsatz von Technik zur Befriedigung der Bedürfnisse. Die Technik wiederum wird aus kurzfristigen Gewinn-Interessen der globalen Wirtschaft eingesetzt, die als funktional dominierendes Teilsystem unserer Gesellschaft andere Wertebereiche dominiert. In dieser Situation ist es schwer, eine Form eines Gleichgewichts zu erlangen, das global eine nachhaltige Entwicklung ermöglicht. Das lassen die politischen Diskussionen zum Klimawandel wie kürzlich in Kopenhagen erkennen: Klimaschutzmassnahmen sind für ärmere Länder nachrangig, es gilt den Hunger zu bekämpfen usw. Grundsätzlich ist das Gebot Energie, Ressourcen usw. zu „sparen“ (bio)ökologisch sinnvoll, doch führt eine verminderte Nachfrage auch zu wirtschaftlichen Problemen bei einer wachstumsorientierten Wirtschaftsordnung. Wirtschaftliche Probleme führen zu sozialen Unruhen, was niemand wünscht. Kurzfristige ökonomische Erfolge belasten häufig die Umwelt, mittelfristige Ökonomie ist mit Ökologie gutverträglich. So sehen zumindest die Argumentationsfiguren im öffentlichen Diskurs aus.
Auch die wissenschaftliche Diskussion um den „richtigen“ Weg zur nachhaltigen Entwicklung unserer Welt zeigt eine polare Struktur, insofern jeder Problembezug bzw. jede Position mit Hilfe einer bestimmten wissenschaftlichen Disziplin begründet wird – die Klimatologie betont die Technologiebedingtheit der Erderwärmung und kann auch die Folgen der Erwärmung aufzeigen. Ingenieurwissenschaften können die Folgen der Energieverbrauchsprozesse darstellen, die Geowissenschaften können die Ressourcenlage charakterisieren, die Bevölkerungswissenschaft kann die Entwicklung der Bevölkerung beschreiben, die Agrarwissenschaft kann die verfügbare Anbaufläche kalkulieren usw. An einer Zusammenschau der Prozesse in den verschiedenen Bereichen mangelt es aber. Was sollen wir nun tun?
Als einer der wenigen Forschungsansätze kann die Humanökologie zu solchen Fragen der Optimierung der Mensch-Umwelt-Beziehungen als interdisziplinäre Plattform dienen, die eine integrative Sicht erlaubt. Dabei sind vor allem systemtheoretisch fundierten Simulationsmodelle wie GEOSS hilfreich, die die Wechselbeziehungen zwischen Bevölkerung, Wirtschaft, Ressourcenverbrauch usw. modellieren und es erlauben, Entwicklungen der Welt im Computerlabor zu studieren. Mit dieser Methode werden Szenarien im Sinne von „Was wäre wenn..“ dargestellt und dann entsprechende mögliche Korrekturmaßnahmen identifiziert.
Bei der Tagung sollen daher verschiedene Aspekte aktueller ökologischer Themen wie der nachhaltigen Entwicklung separat dargestellt werden und dann mit der Brille der Humanökologie betrachtet werden und mögliche allgemeinverbindliche Orientierungen für das Verhalten der Menschen skizziert werden. Es fragt sich dabei auch, welche rechtlichen und bildungsmäßigen Voraussetzungen dazu erforderlich sind.
Damit ist diese sechste Veranstaltung in der Reihe zum Menschenbild im 21. Jahrhundert auf ein normatives Menschenbild ausgerichtet.

Besonders der Umstand, dass die neuere Humanökologie Mitte der 1970er Jahre in Wien durch die Initiative von Helmut Knötig wichtige Impulse bekommen hat, und dass es in Wien an der Alpen-Adria-Universität und der Universität Wien möglich ist, einen akademischen Abschluss in Sozialökologie bzw. Humanökologie zu erlangen, lässt Wien als Tagungsort für eine internationale Tagung zu diesem Thema attraktiv erscheinen.

PROGRAMM

9.00 Begrüßung / Grußworte der Veranstalter und Sponsoren

9.20 Prof. Felix TRETTER
Einführung in die Tagungsreihe und das Tagungsthema

Moderation: Prof. Felix TRETTER

9.40 Prof. Bernd SIEBENHÜNER (Ökologische Ökonomie, Oldenburg)
Menschenbild der nachhaltigen Entwicklung – der „Homo sustinens“ als Homo oecologicus ?
• der ökologische Imperativ
• Desiderate umweltfreundlichen Verhaltens

10.10 Prof. Harald WILFING (Humanökologie, Fak. Lebenswissenschaften, Universität Wien)
Energiekonsum, CO2-Emission und Nachhaltigkeit
• Leitgedanken der Nachhaltigkeit
• Probleme der Umsetzung im Verhalten

10. 30 DISKUSSION

10. 45 PAUSE

Moderation: Dr. Wolfgang SERBSER ((Deutsche Gesellschaft für Humanökologie, Berlin)

11.20 Prof. Hermann KNOFLACHER / Dr. Harald FREY (Verkehrsplanung, TU Wien)
Die Perspektive der Ingenieurwissenschaften – Energienutzung im Verkehr
• Fakten
• Extrapolationen
• Verhaltenskonsequenzen

11.40 Fr. Prof. Helga KROMP-KOLB (Inst. F. Meteorologie, Univ. f. Bodenkultur, Wien )
Perspektiven der Klimaforschung und die Implikationen für einen Homo oecologicus
* Fakten
* Extrapolationen
* Verhaltenskonsequenzen

12.00 DISKUSSION

12.30 MITTAGSPAUSE

Moderation: Prof. Johann A. SCHUELEIN

14. 00 Fr. Prof. Sigrid STAGL, Wirtschaftsuniversität Wien
Die Perspektive der Ökonomik – wie ökologisch kann Ökonomie organisiert sein?
* Konflikt Ökologie und Ökonomie
* andere Formen des (nachhaltigen Wirtschaftens)

14.20 Prof. Karl-Michael BRUNNER (Wirtschaftsuniversität, Wien)
Die Perspektive der Soziologie
* Schicht und Lebensstil als Moderator-Variablen
* Konsumsoziologie

14.40 Prof. Rainer MADERTHANER (Dep. Psychologie, Univ. Wien)
Die Perspektive der Psychologie – umweltschonendes Verhalten
• Erfahrungen mit umweltfreundlichem Verhalten
• Schwierigkeiten der Umsetzung
• Bedeutung von Verboten / Strafen

15.00 DISKUSSION

15.30 PAUSE

Moderation: Prof. Harald WILFING (Humanökologie, Fak. Lebenswissenschaften, Universität Wien)

16.00 Prof. Peter WEICHHART, Geographie Uni Wien
Warum ist nachhaltige Entwicklung so schwierig?
Versuch einer humanökologischen Diagnose.
* Eigenlogik gesellschaftlicher Teilsysteme
* Hegemonie des ökonomischen Systems
* Scheitern mikrosozialer ökologischer Doktrin

16.20 Prof. Bernhard GLAESER (Deutsche Gesellschaft für Humanökologie, Berlin)
Brennpunkte der Humanökologie in der Nachhaltigkeitsdebatte

16.40 Prof. Marina FISCHER-KOWALSKI (Sozialökologie, Alpen-Adria Univ Wien)
Individueller und sozialer Metabolismus

Moderation: Dr. Karl-Heinz SIMON (Umweltwissenschaften Univ. Kassel)

17.00 Dr. Markus KNOFLACHER (Austrian Institute of Technology, Wien)
Simulations-Modelle und die Systemperspektive – alles hängt mit allem zusammen?

17.20 DISKUSSION UND ZUSAMMENFASSUNG
Moderation: Prof. John DITTAMI (Anthropologie, Fak. Lebenswissenschaften, Univ. Wien)

18.30 ENDE DER TAGUNG

Trägerschaften, und Kooperationen
Universität Wien
- Fakultät für Lebenswissenschaften, Dekan Prof. Horst Seidler
- Fakultät für Psychologie, Inst. f. Psychologie, Dekan Prof. Germain Weber
Universität für Bodenkultur Wien
Internationale Gesellschaft für Interdisziplinäre Studien (IGIS), Prof. Felix Tretter, Dr. Christine Grünhut
Wirtschaftsuniversität Wien; Department für Sozialwissenschaften, Inst. für Soziologie, Prof. Johann A. Schülein
Wien Kultur
Bank Austria

Koordination und Kontakt:
Prof. Harald Wilfing, Fakultät für Lebenswissenschaften, Univ. Wien
Prof. Felix Tretter, Abt. Klinische Psychologie, Univ. München
Dr. Christine Grünhut, Wien; beide IGIS e.V.
e-mail: IGIS.Wien@yahoo.de



  


Printversion
          


Vortragsreihe aktuell
“Integratives Innovationsmanagement” von em.o.Univ.Prof. DI Dr.Heinz Hübner
Lokale Selbstversorgung von Hugo Potyka
"Was uns Menschen verbindet" - neues Buch von Dr.Gerhard Medicus
Buch "Krebsgeschwür Konzern" von Harald Frey
Buch "Faktum Evolution"
CoV mit Prof. Knoflacher am Wiener Forschungsfest
Buch "Sozialer Wohlstand innerhalb der Naturgrenzen"
Grenzen des Denkens
CoV trauert um Gründungsmitglied Dr.Sliwka
CoV-Mitglied wird mit Bürger-Urkunde der Stadt Wien geehrt
Der Club of Vienna - Geschichte - Erfolge - Zukunft - Stellungnahme des Vorstands
Auflistung von Richtigstellungen mit dem Ersuchen um Veröffentlichung an „Die Presse“
Stellungnahme des Vorstands des CoV zu den Beiträgen in der Tageszeitung „ Die Presse“
Kooperationen der TU-Wien mit dem CoV
Kurzbericht des Club of Vienna für das Jahr 2007
Bericht im "Umweltschutz", z.T. über die CoV -- Tagung im November
Die bisherigen Gewinner des WRRP
Sprachliche Konzepte des Kapitalismus
Schrumpfung - die Achillesferse der (Raum-)Planung
Technologiebedingte Ursachen des Wachstums
Kommunikationskonzept
Wissenschaftsbericht
Publikationen
Kapitalismus gezähmt

Hinweis:
Zum öffnen der PDF Dokumente benötigen Sie den Acrobat Reader.
Wenn sie nicht über den Acrobat Reader verfügen finden Sie hier den kostenlosen Download.